Sommer, Sonne … Sonnenbrille! Für Autofahrer muss es die richtige sein

Sommer, Sonne … Sonnenbrille! Für Autofahrer muss es die richtige sein | © Syda Productions / Shutterstock.com

Sommer und Sonne machen Lust auf Urlaub und Ausflug. Geht es auf vier Rädern zu den schönsten Zielen, avanciert die stylishe Sonnenbrille für die Autofahrerin oder den Autofahrer zum Gute-Laune-Extra. Clever ist allerdings, hinterm Lenkrad nicht nur cool auszusehen, sondern auch sicher zu sehen. Neben „bella figura“ kommt es bei der Autofahrer-Sonnenbrille auf wichtige funktionale Werte an – und das zu jeder Jahreszeit. Wir sagen, welche das sind, und zeigen einige der schönsten Brillenmodelle samt lässigen Outfits.

Sonnenbrillen fürs Autofahren
Bilder: Rodenstock

Sonnenbrille beim Autofahren: Warum sie am Steuer unverzichtbar ist

Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein: Da jubelt das Herz, und endlich kann das Outfit mit der angesagtesten Sonnenbrille gekrönt werden. Doch Autofahrer, aufgepasst! Nicht jede modische Sonnenbrille kann im Straßenverkehr mithalten, wo es auf wirklich gutes und wirklich sicheres Sehen ankommt.

Ob am Strand oder auf der Terrasse, ob bei Sightseeing oder Shopping, ob im Sport oder beim Autofahren – eines müssen alle Sonnenbrillen: die Augen vor der gefährlichen UV-Strahlung und vor Blendung schützen. Hinterm Lenkrad bekommen es die Augen mit weiteren Widrigkeiten zu tun. Die Scheiben vorausfahrender Autos, tief stehende Sonne und nasse Straßen verursachen gefährliche Reflexionen. Mal helles Licht, mal dunkler Schatten – dieser schnelle Wechsel beeinträchtigt ebenfalls das Sehen.

Die konsequente Lösung für optimale Fahrsicherheit ist eine Sonnenbrille, die die Risiken für das Sehen minimiert. Als schickes Accessoire kann sie nebenbei ihre Trägerin und ihren Träger ins rechte Sonnenlicht rücken.

Bilder: Mykita (1), Silhouette (2), Rodenstock (3)

Sonnenbrille für Autofahrer: Worauf Käufer achten müssen

Ganz klar: An erster Stelle beim Kauf einer Autofahrer-Sonnenbrille steht ausreichender UV-Schutz. Das CE-Zeichen auf der Brillenbügel-Innenseite weist auf die Einhaltung der Mindestanforderungen nach europäischen Richtlinien hin. „UV 400“ gibt an, dass die Gläser alle Strahlen bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern blockieren.

Brillenfassung, Brillenbügel, Glasgröße: die passende Sonnenbrille zum Autofahren

Bei allen modischen Trends: Die Brillenfassung einer Sonnenbrille zum Autofahren sollte schmal sein, ebenso die Brillenbügel. Das gewährleistet freie Rundumsicht aus den Augenwinkeln, beim Schulterblick bis hin zum Blick in die Außenspiegel. Dazu tragen auch große Gläser bei, weil sich die Brillenfassung außerhalb des Gesichtsfeldes befindet. 

Besonders wichtig für Cabrio-Cruiser, die sich gerne bei geöffnetem Dach den Fahrtwind um die Nase wehen lassen: Die Brille sollte dicht am Kopf anliegen, damit UV-Strahlen nicht hinter die Brille und in die Pupillen gelangen. Das ist auch im geschlossenen Auto von Vorteil. Die Frontscheibe fängt zwar die ultraviolette Strahlung überwiegend ab, doch die meisten Seitenscheiben lassen einen Teil des UV-Lichts ins Wageninnere.

Bleibt bei all den Vorgaben nun der persönliche Stil auf der Strecke? Muss etwa eine Sonnenbrille auf die Nase, die nicht zur Gesichtsform passt? Keineswegs. Frau und Mann hinterm Lenkrad haben fürs Statement immer noch eine große Auswahl bei Form, Farbe und Material– angefangen von Metall über Kunststoff bis hin zu Naturmaterialien. Ob das Wunschmodell perfekt fürs Autofahren ist, dazu berät der Augenoptiker.

Glasfarbe und Tönungsintensität: klare Sicht für Autofahrer mit Sonnenbrille

Buntes Sommertreiben mit bunten Sonnenbrillengläsern toppen? Hier müssen Autofahrerinnen und Autofahrer Vorsicht walten lassen. Nicht jede Farbe eignet sich für die sichere Fahrt im Straßenverkehr. 

Braun, Grau und Graugrün – mit diesen Glasfarben in der Autofahrer-Sonnenbrille fährt es sich am sichersten. Der Seheindruck kommt den natürlichen Farben am nächsten. Die Ampelfarben lassen sich gut erkennen, ebenso rote Bremslichter sowie Warnschilder und Verkehrszeichen.

Knallige blaue, rote, orange und rosa Brillengläser sind ein No-Go. Warnende Lichtsignale und Schilder werden damit nicht mehr farbecht wahrgenommen. Diese Irritationen sind gefährlich und erhöhen das Unfallrisiko.

Noch ein Hinweis zu farbigen Gläsern: Generell abzuraten ist von Gelbfilterbrillen, auch Nachtfahrbrillen genannt. Wissenschaftlich ließ sich bei den gelben Gläsern weder eine ausreichende Antiblendwirkung noch eine bessere Sehschärfe in der Dämmerung und nachts nachweisen.

Neben der Farbe kommt es in puncto Verkehrssicherheit auf die Tönungsintensität der Brillengläser an. Je dunkler, desto besser? So einfach funktioniert die Sonnenbrillen-Formel für Autofahrer allerdings nicht. Beim Autofahren bieten Gläser der Tönungsstufe (Blendschutzkategorie) 2 mit einer Lichtdurchlässigkeit von 18 bis 43 Prozent sowie der Tönungsstufe 3 (Lichtdurchlässigkeit von 8 bis 18 Prozent) einen guten Blendschutz. 

Die dunkelsten Gläser der Tönungsstufe 4 eignen sich für Gletscherbesteigungen, gehören aber nicht auf die Nase von Autofahrern. Sie lassen nur 3 bis 8 Prozent des Lichts bis an die Augen – viel zu wenig für eine sichere Fahrt.

Generell tabu: Mit Sonnenbrille durch die Nacht steuern. Andere Verkehrsteilnehmer, Straßenverlauf, Verkehrszeichen und Warnhinweise werden gar nicht oder viel zu spät erkannt. Vertretbar wären nur getönte Brillengläser der untersten Blendschutzkategorie 0, die 80 bis 100 Prozent des Lichts durchlassen.

Glasfarben für Sonnenbrillen zum Autofahren
Bilder: ©Luiz Felipe/unsplash.com (links), Rodenstock (1), Silhouette (2)

Polarisierend, entspiegelt, verspiegelt, Verlaufstönung, selbsttönend: Extras für Autofahrer-Sonnenbrillen

Ein großes Sicherheitsplus für Autofahrer bieten Sonnenbrillen mit Polarisationsfilter. Dieses von außen unsichtbare Extra im Brillenglas reduziert die Blendeffekte durch tief stehende Sonne sowie spiegelnde regennasse Straßen und Pfützen. Polarisierende Sonnenbrillen erhöhen den Sehkomfort und verbessern das Kontrastsehen. Ein kleines Minus haben sie allerdings: Head-up-Displays, die Informationen ins Fahrersichtfeld projizieren, lassen sich damit nicht mehr gut erkennen.

Auf jeden Fall sind Autofahrern an der Vorder- und Rückseite entspiegelte Gläser zu empfehlen. Sie mindern die störenden Reflexionen durch Lichtstrahlen, die seitlich von vorn und von schräg hinten aufs Auge treffen. Der Sicherheitsgewinn: besseres Kontrastsehen, weniger Ermüdungserscheinungen beim Fahren.

Wer gerne auf Effekte durch verspiegelte Gläser setzt, sollte hinterm Lenkrad damit vorsichtig sein. Farbige Verspiegelungen eignen sich nicht in jedem Fall zum Autofahren. Hier ist der Rat des Augenoptikers wichtig. 

Diese und weitere Brillen gibt es bei einem Augenoptiker in der Nähe …

Brillengläser mit Verlaufstönungen haben etwas Raffiniertes – und sie eignen sich wunderbar zum Autofahren. Die dunklere Tönung im oberen Glasbereich sorgt für Blendschutz, der hellere Glasbereich unten für klare Sicht auf die Armaturen.

Selbsttönende Brillengläser, auch phototrope Gläser genannt, passen sich wechselnden Lichtverhältnissen automatisch und machen so manchen Brillenwechsel überflüssig. Sie werden dunkel, wenn die Sonne hell scheint, und hellen sich auf, wenn Wolken aufziehen. Doch einige ihrer Art brauchen fürs Eintönen die UV-Strahlung. Autoscheiben filtern allerdings einen Großteil davon, sodass die Brillengläser nicht genügend eindunkeln. Es gibt jedoch phototrope Gläser, die auch hinter den Autoscheiben funktionieren. Deshalb am besten beim Augenoptiker nachfragen.

Bilder: rocco by Rodenstock (1), Hackett London@Drehmomente (2), TITANFLEX (3)

Sonnenbrille für Autofahrer: Was bei einer Sehschwäche wichtig ist

Autofahrer, die wegen ihrer Sehschwäche eine Korrektionsbrille tragen, brauchen auch eine Sonnenbrille mit Gläsern in der entsprechenden Sehstärke. Die gibt es in jeder gewünschten Tönung.

Enthält der Führerschein einen Vermerk, der zum Tragen einer Sehhilfe am Steuer verpflichtet, so gilt das auch für die Sonnenbrille. Ausnahme: Der Fahrer gleicht seine Fehlsichtigkeit mit Kontaktlinsen unter Brille aus. Wer ohne Korrektionshilfe am Steuer sitzt, muss bei einer Kontrolle mindestens ein Verwarngeld zahlen. Bei einer Gefährdung des Straßenverkehrs drohen sogar Fahrverbot oder Freiheitsstrafe.

Für fehlsichtige Autofahrer gibt es noch eine andere Option: Sonnenclips, die magnetisch auf der normalen Korrektionsbrille haften oder aufgeklemmt werden. Als altmodisch gelten die Sonnenaufsätze längst nicht mehr. Bei Tunnelfahrten haben sie sogar einen Vorteil: schnell hochklappen und sicher durchkommen. Allerdings sind die Clips meistens nicht entspiegelt – da kann eine gute Sonnenbrille mit Korrektionsgläsern klar mehr punkten.

Bilder: Davidoff@Drehmomente (1), Mykita (2), neubau eyewear (3)

Sonnenbrillen für Autofahrer – modisch, aber bitte mit Fahreignung

Trendige Sonnenbrillen machen hinterm Lenkrad noch keine trendigen Autofahrer. Style und Statement sind die eine Seite der Medaille. Die andere: gutes und sicheres Sehen im Straßenverkehr. Deshalb sollten Frau und Mann am Steuer wissen, worauf sie beim Kauf einer Autofahrer-Sonnenbrille achten müssen. UV-Schutz ist selbstverständlich. Dünne Brillenfassungen und Brillenbügel sowie große Gläser sorgen für freie Rundumsicht. Braune, graue und graugrüne Brillengläser liefern den natürlichsten Seheindruck. Eine zu dunkle Tönung kann zum Unfallrisiko werden. Hohen Sehkomfort bieten polarisierende und entspiegelte Gläser. 

Bilder: MARC O’POLO Eyewear (1), JOOP!@Drehmomente (2), Silhouette (3)

Bei allen speziellen Vorgaben an Sonnenbrillen für Autofahrer darf trotzdem der persönliche Stil und Geschmack gelebt werden. Die Auswahl an Formen, Farben und Materialien ist groß. Da bleibt nur noch die Qual der Wahl – für eine gute und sichere Fahrt das ganze Jahr hindurch.

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