Viral und visionär – Wie Social Media Brillen zum It-Piece macht

Social Media: virale Eyewear auf TikTok, Instagram & Co. | © Dan Rentea / istockphoto.com
Eyewear und Social Media? Ein Perfect Match! Das zeigen derzeit nicht nur die Tänzer*innen, die mit dem Song „Chicken Banana“ TikTok zum Beben bringen. Auffällig viele tragen bei ihren augenzwinkernden Choreografien Sonnenbrillen. Ob die Brillenmodelle gezielt promotet werden oder einfach zum Look gehören, ist oft zweitrangig. Fakt ist jedoch: Das Brillenstyling befeuert den viralen Tanztrend. Und umgekehrt. Die Beispiele für virale Eyewear auf TikTok, Instagram & Co. sind zahlreich. Wir zeigen in unserem Brillenstyling-Magazin ein paar der spannendsten.
Wenn Communitys den Ton angeben
Was viral geht, bleibt ein Rätsel, selbst für die Entwickler der Plattformen. Was man weiß: Visuelles Storytelling, aktuelle Interessen der Nutzer*innen und natürlich ein bisschen Glück befeuern die Dynamik. Auch wenn vieles spontan entsteht, helfen die richtigen Hashtags. Entscheidend ist aber der menschliche Faktor: Trendthemen plus Influencer-Power ergeben die perfekte Welle.
Zentral sind zwei Faktoren: Ein Trendthema und aus ausreichend Influencer-Power. Soll heißen: die Entstehung einer Community rund um den Trend, die Sportart, den Style, den Song oder das Event.
Von der Sportbrille zum Kultobjekt: Die Story der „schnellen Brille“
Wie gut virales Marketing für Eyewear funktioniert, konnte man nach den Beschränkungen durch die Corona-Pandemie bei den „schnellen Brillen“ beobachten: den übergroßen Shield-Rahmen in greller Farboptik mit extravaganten Formdetails (ein Klick und Blick in unseren Artikel zu den aktuellen Sonnenbrillentrends macht es deutlich).
Zunächst sah man die ausgefallenen Sportsonnenbrillen auf den Laufstegen bei Balenciaga, Versace, Prada oder Gucci. Dann wurden sie ab 2022 zum Trend-Accessoire.
Doch wie kommt es, dass sich nerdige Sportbrillen in Fashion-Statements verwandeln – und was genau steckt hinter dem Begriff „schnelle Brille“?
Zum einen rührt der Name aus dem Sportbereich, wo sie schon in den 90er Jahren von Radrennfahrern, Läufern, später auch Snowboardern und Skifahrern getragen wurden.
Die Herkunft des Ausdrucks geht aber vermutlich auf das Lied „schnelle Brille“ der deutschen Rapcrew 01099 zurück – der Song ging im Jahr 2022 auf TikTok unter der Generation Z viral. In den Socials wurden dazu zahlreiche Memes geteilt, die die Brillen endgültig zum Must-have machten.
Influencer-Marketing: Ein Post, der alles verändert
Ein Paradebeispiel ist Quay Australia – eine Sonnenbrillenmarke, die früh auf Influencer-Marketing gesetzt hat. Quay kollaborierte mit Megastars wie Desi Perkins oder Chrissy Teigen. Das Ergebnis: ausverkaufte Kollektionen und enorme Reichweite. Über zwei Millionen Follower auf Instagram sprechen für sich.
Die Kultmarke Ray-Ban setzt gezielt auf Micro-Influencer, um in unterschiedlichen Zielgruppen sichtbar zu bleiben. Mit dem Hashtag #RayBanStories wurde eine eigene Produktlinie, die smarten Brillen in Kooperation mit Meta, durch Storytelling auf TikTok und Instagram Reels zum viralen Gesprächsthema. Manche Modelle gehen buchstäblich über Nacht viral. So etwa die Loewe Inflated Sunglasses, die durch TikTok-Stars wie Bella Poarch plötzlich überall auftauchten. Der cartoonartige Look traf genau den verspielten, surrealistischen TikTok-Ästhetiktrend.
Ähnlich bei Blenders Eyewear: Ein Video eines Surf-Influencers mit ihren verspiegelten Gläsern erzielte Millionen Views. Es zeigte nicht nur das Produkt, sondern verknüpfte es mit Abenteuer, Sport und Freiheit. Die Folge: ein massiver Sales-Boost … und tausende neue Follower.
Wie Digital Natives Eyewear neu denken
Meller ist eine klassische Digital Native Brand. Der Aufbau zur globalen Marke gelang ausschließlich über digitale Kanäle und konsequentes Community-Building. Der Vertrieb lief bisher ausschließlich über den eigenen Onlineshop.

Gegründet wurde das Eyewear-Label 2014 in Barcelona von Sergi Benet, Borja Nadal und Marco Grandi – mit einem klaren Konzept: Abenteuerlust und Experimentierfreude. Das Motto: „It’s out there“, oder anders gesagt: Inspiration kann von überall herkommen.
Über Instagram hat sich Meller in den vergangenen Jahren eine sechsstellige Fangemeinde aufgebaut. Über eine Viertelmillion Follower liken, teilen und kommentieren die Posts. Der Onlineshop zählt rund 15 Millionen Visits pro Jahr, die Retourenquote liegt bei nur vier Prozent, der Newsletter erreicht zuletzt etwa 280.000 Abonnent*innen. Ein Plus der jungen Marke: die moderaten Preise. Sie liegen bei rund 50 Euro pro Brille.
Wenn User zur Marke werden
Ein weiteres Erfolgsmodell im digitalen Marketing: User Generated Content (UGC). Marken wie Hawkers animieren ihre Community gezielt dazu, Brillen-Looks zu posten, oft mit Rabattcodes als Anreiz. Besonders erfolgreich: Challenges wie die „#HawkersLook“-Kampagne, bei der kreative Outfits mit Brille gezeigt und ganz nebenbei Werbung gemacht wird.UGC wirkt, weil er authentisch ist und oft mehr Vertrauen schafft als klassische Werbespots.
Für Marken bedeutet das: kostenlose Reichweite, ehrliches Feedback und wertvolle Insights darüber, was bei der Zielgruppe wirklich ankommt.
Dank Instagram-Shopping und TikTok Shop ist der Kauf direkt aus dem Feed möglich. Das erhöht die Chance auf spontane Käufe. Besonders, wenn der Look gerade im Trend liegt.
Fazit: Aus Looks werden virale Statements
Viralität funktioniert als Verkaufsstrategie. Sonnenbrillen sind wie gemacht für Social Media – modisch, aufmerksamkeitsstark und visuell inszenierbar. Wer Plattformen versteht und gezielt mit Storytelling, Influencer-Strategien und neuen Technologien arbeitet, kann mit überschaubarem Budget große Wirkung erzielen.
Erfolgreiche Eyewear-Marken überlassen virale Trends nicht dem Zufall. Sie kombinieren digitales Know-how mit Stilgefühl und wissen: Eine gut platzierte Brille kann mehr sein als nur ein Accessoire. Sie wird zum Statement, zum Lieblingsstück und im besten Fall: zum Symbol eines ganzen Sommers. Oder eben eines viralen Moments.
