Smart Glasses – die Zukunft der Brille beginnt jetzt

Smartes Brillenstyling: wie sich die Funktionalität und Ästhetik von Brillen ändert | © Bet_Noire / istockphoto.com
Von KI-Gläsern bis AR-Anprobe: was smarte Technik heute schon kann
Die Brillenwelt steht an der Schwelle zu einer neuen Ära.: Künstliche Intelligenz (KI), Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) verschmelzen zunehmend mit klassischer Sehtechnik und verändern sowohl die Funktionalität als auch die Ästhetik von Brillen grundlegend. Was früher ein reines Hilfsmittel war, wird heute zum smarten Interface – mit echtem Mehrwert im Alltag und einem Plus an Style.
Doch der technologische Fortschritt zeigt sich nicht nur beim Look, sondern reicht bis tief in die Fertigung hinein. So ermöglicht KI völlig neue Gleitsichtgläser-Generationen. Diese erklären wir hier im Brillenstyling-Magazin!
Brillen mit Kultfaktor und smarter Funktion
Dass Smartphones irgendwann aus unserem Alltag verschwinden, weil wir alle notwendigen digitalen Anwendungen unterwegs über Uhren und Brillen regeln, gehört zu den gängigen Zukunftsprognosen. Die Zukunft hat bereits begonnen: Besonders die neuen Meta-Brillen der amerikanische Kultmarke Ray-Ban kombinieren ikonisches brillendesign mit smarter Technologie. Per Sprach- oder Touchsteuerung lassen sich Fotos, Videos und sogar Livestreams starten – und das alles mit einer Brille, die aussieht wie eine ganz normale Sonnenbrille.
Gleitsichtgläser mit künstlicher Intelligenz
Trotz aller Digitalisierung bleibt gutes Sehen das Fundament der Augenoptik. Und genau hier zeigt KI, was möglich ist. Die 2023 von EssilorLuxottica gelaunchte Varilux XR-Serie ist das erste augen-responsive Gleitsichtglas, das mit Hilfe künstlicher Intelligenz entwickelt wurde.
Sie berücksichtigt nicht nur die Sehstärke, sondern auch das individuelle Sehverhalten.
Das Ergebnis: sofortige Sehschärfe in allen Entfernungen – auch in Bewegung und das ohne lange Gewöhnung. Besonders für Menschen mit Alterssichtigkeit ein echter Gamechanger.
KI-Lösungen helfen bei Alterssichtigkeit
Immer mehr Menschen tragen Gleitsichtbrillen – und das in immer jüngerem Alter. Das hat verschiedene Gründe – allen voran die steigende Lebenserwartung. Damit wächst auch der Anteil an Menschen mit Alterssichtigkeit. Gleichzeitig wird die Zielgruppe jünger: Schon 40-Jährigen wird häufig zur ersten Gleitsichtbrille geraten.
Hintergrund ist unser verändertes Nahsehverhalten. Wir sind heute hypervernetzt, empfangen rund um die Uhr eine Flut von Informationen. Der Blick wandert ständig zwischen verschiedenen Displays oder vom Handy zur Umgebung – Multitasking ist längst Alltag.
Mit mehr als 100.000 intensiven Blickbewegungen pro Tag müssen unsere Augen Höchstleistungen vollbringen: nah und fern, rechts und links, oben und unten. Studien zeigen, dass das für rund ein Drittel der Menschen zur Herausforderung wird.
Genau hier setzen KI-Lösungen an. Träger*innen von Varilux-Gläsern profitieren zum Beispiel von einem bis zu 50 Prozent größeren Sehvolumen im Breitbandbereich. Für die Entwicklung wurden zwei neue Prognosemodelle definiert: das Modell der Blicksenkung und das Akkommodationsmodell. Virtuelle Anprobe ist das neue Probieren. Labels wie Warby Parker oder Gentle Monster setzen auf AR-Filter auf Instagram oder Snapchat. So können Nutzer live testen, wie ihnen ein Modell steht – das senkt Kaufhürden und macht Spaß beim Scrollen.
Größeres Sehvolumen durch Varilux-Gläser | © AaronAmat / istockphoto.com
Diese ergänzen klassische Parameter wie Verordnung, Pupillendistanz, Kopf-Augen-Koordination und Körperhaltung. So entsteht ein Brillenglas, das nicht nur besser passt – sondern sich dem Sehverhalten jedes Einzelnen individuell anpasst.
Virtuelle Anprobe mit persönlichem Touch
Auch bei der Wahl des passenden Brillengestells sorgt Künstliche Intelligenz – in Verbindung mit Augmented Reality (AR) – inzwischen für höchst individuelle Lösungen. Zwar ist die virtuelle Brillenanprobe längst kein Novum mehr, doch ihre Weiterentwicklung schreitet rasant voran.
Ein spannendes Beispiel ist der italienische Brillenkonzern Safilo, der sich Anfang 2024 eine Minderheitsbeteiligung am AR-Spezialisten Spaarkly gesichert hat. Dessen Technologie nutzt Safilo bereits seit 2022, vor allem zur virtuellen Anprobe über eigene Marken-Apps.
Mit wenigen Klicks lassen sich Fassungsgröße, Brillenmodell und Glasfarbe anpassen – direkt am Bildschirm. Wer mag, kann über die Fotofunktion Freunde, Familie oder Kolleg*innen zum spontanen Style-Check einladen.
Zum Auftakt der Zusammenarbeit wurde das Konzept „Instant Try-on“ bei der Safilo-Eigenmarke Polaroid integriert. Die Idee: Per QR-Code öffnet sich auf dem Smartphone eine AR-Anprobe, die sofort funktioniert – ganz ohne App-Download. Safilo spricht von einem „immersiven Shopping-Erlebnis“, das intuitiv und unterhaltsam ist.
Und die Reise geht weiter. Ziel ist es, nach und nach weitere AR-Funktionen und digitale Services auf den Markt zu bringen. Produkt- und E-Commerce-Manager Alessandro Bellati betont: „Wir glauben, dass die Kombination von VTO-Technologien und maschinellem Lernen ein starkes Tool ist, um unsere Services weiterzuentwickeln – und gleichzeitig die Direct-to-Consumer-Kanäle unserer Partner gezielt zu unterstützen.“
Fazit: Die Brille als Interface der Zukunft
All diese Beispiele zeigen deutlich: Die Brille entwickelt sich rasant weiter – von der klassischen Sehhilfe zum smarten Begleiter. Ob Künstliche Intelligenz, Augmented oder Virtual Reality – digitale Technologien machen Modelle von heute vernetzter, anpassungsfähiger und funktionaler denn je.
Sie reagieren auf individuelle Sehgewohnheiten, ermöglichen virtuelle Anproben mit Stilberatung und eröffnen völlig neue Wege im Designprozess. So entstehen Brillen, die nicht nur optisch begeistern, sondern auch im Alltag und im Job echte Unterstützung bieten – intelligent, attraktiv und individuell.
Die Brille wird zur interaktiven Schnittstelle für ein Leben im digitalen Zeitalter. Und der Sehkomfort? Passt sich dabei ganz selbstverständlich an – von Glas bis Bügel.
