Hightech für den guten Zweck: Wie nachhaltige Brillen neu gedacht werden

Nachhaltigkeit bei Brillen: innovative Materialien und Engagement | © Denis Komarov / shutterstock.com
Von 3D-Druck bis Rizinuspflanze – neue Materialien und Verfahren machen die Brillenwelt ein Stück grüner. Drei europäische Beispiele zeigen, wie nachhaltige Eyewear wirklich funktioniert.
Nachhaltigkeit in der Brillenbranche? Lange war das kaum ein Thema. Doch inzwischen beweisen einige Hersteller, dass Umweltbewusstsein und Design kein Widerspruch sind. Im Fokus stehen neue Werkstoffe, lokale Produktion und Kreislaufwirtschaft. Drei Labels, drei unterschiedliche Wege – mit einem gemeinsamen Ziel: Brillen mit besserer Ökobilanz.
Weniger CO₂ dank pflanzenbasierter Kunststoffe
Neubau Eyewear aus Linz gilt als einer der Vorreiter in Sachen nachhaltige Materialentwicklung. Die Kollektion „Sustainable Avantgarde“ setzt auf Werkstoffe wie naturalPX, ein biobasiertes Polymer auf Rizinusölbasis, sowie auf innovative Materialien wie Natural Acetate, Natural 3D und Natural Pxevo. Letzteres reduziert laut Hersteller den CO₂-Fußabdruck um 60 Prozent im Vergleich zu konventionellen Polyamiden.
Auch bei den Produktionsmethoden denkt Neubau weiter: Die Fassungen entstehen teilweise im 3D-Druckverfahren, wodurch kaum Verschnitt entsteht. Verpackungen sind plastikfrei, und produziert wird lokal – in Österreich und Deutschland. Trotz Greenwashing-Vorwürfen aus der Branche zeigt das Unternehmen: Nachhaltigkeit kann auch konkret und technisch innovativ sein.
Brillen aus Müll? Geht!
Ein Beispiel für echte Kreislaufwirtschaft liefert Yuma Labs aus Belgien. Das Start-up, gegründet 2017 bei Antwerpen, fertigt seine Brillen aus recyceltem Plastik – etwa aus alten Kühlschränken, PET-Flaschen oder Fahrzeugverkleidungen. Die Materialien werden geschreddert, eingeschmolzen und als Tinte im 3D-Drucker wieder zu Brillenfassungen geformt.
Dabei denkt Yuma Labs Recycling weiter: Kund*innen können gebrauchte Modelle zurückgeben und gegen ein neues Design tauschen. Die Rückläufer werden vor Ort in der hauseigenen Mikrofabrik recycelt. So entsteht ein echtes Kreislaufsystem – von der ersten bis zur nächsten Brille.
Auszeichnung für Engagement
Auch große Player der Branche zeigen Umweltbewusstsein: Essilor wurde bereits mehrfach mit dem EcoVadis-Siegel in Silber ausgezeichnet.
Bewertet werden dabei Kriterien wie Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik und nachhaltige Beschaffung. Damit gehört das Unternehmen zu den Vorreitern beim Aufbau transparenter Lieferketten in der Brillenindustrie.
Hightech für den Alltag | © the stock company / shutterstock.com
Fazit: Nachhaltigkeit beginnt im Detail
Ob Rizinuspflanze, recyceltes Plastik oder lokal produzierte Hightech-Fassung – echte Nachhaltigkeit beginnt dort, wo Design und Verantwortung ineinandergreifen. Die vorgestellten Beispiele zeigen: Die Zukunft der Brille ist nicht nur stylisch, sondern auch ressourcenschonend. Wer beim Brillenkauf bewusst wählt, trifft eine Entscheidung mit Weitblick – für sich und für die Umwelt.
