Eyewear – eine visuelle Geschichte der Brille

Foto: Taschen Verlag

Am Vintage-Style kommt niemand mehr vorbei. Er beschert uns Krawattenmuster, Bundfaltenhosen, Nerdbrillen und so schöne Retro-Liebhaber-Bücher wie „Eyewear“ aus dem Taschen Verlag. Brillenstyling.de hat den Bildband mit den coolsten Brillenfassungen aus 500 Jahren unter die Lupe genommen.

Designer schreibt die Geschichte der Brille

Autor Moss Lipow muss es wissen. Der New Yorker Künstler hat sich als Avantgarde-Brillendesigner einen Namen gemacht – und seine Werke gehören zu den teuersten Stücken der Welt. Außerdem ist er der Sammler mit der weltweit größten Kollektion von Vintage-Brillen aus dem 20. Jahrhundert. Sie umfasst über 3.000 unterschiedliche Modelle. Grund genug, um die Geschichte der Brille anhand seiner eigenen Sammlung zu erforschen.

Geschichte der Brille – so fing alles an

Laut Moss Lipow beginnt die Geschichte der Brille mit einem prähistorischen Augenschutz der Eskimos: ein Stück Walknochen mit Schlitz. Das ist die erste Sonnenbrille, die fast schon wieder futuristisch wirkt. Geschliffene Linsen kommen als Mittel zur Vergrößerung schon in der Antike vor. Doch erst im Mittelalter, genauer im 13. Jahrhundert, erfindet der Mönch Salvino degli Armati aus Florenz die Brille – beziehungsweise zwei Vergrößerungsgläser, die an einem Stiel befestigt sind und von einer Niete zusammengehalten werden. In dieser Zeit gilt die Brille als Zeichen von Wohlstand und Bildung. Um 1650 wurde die Brille für die breite Masse erschwinglich und damit verlor sich vorerst das besondere Image. Übrigens: Ihre Bügel bekam die Brille erst im 18. Jahrhundert.

Geschichte der Brille: Cateye-Brille

Foto: Taschen Verlag

Die Geschichte der Brille: Modelle der Neuzeit

Die Brillen-„Revolution“ im 19. und 20. Jahrhundert war vor allem durch den Einsatz von neuen Materialien und Formen geprägt: Kunststoff sei Dank. Sportbrillen wie die Aviator-Brille oder auffällige Formen wie bei Cat-Eye-Modellen haben eine lange Tradition, die Autor Lipow kurz umreißt. Auch die Bedeutung von (Sonnen-) Brillen für die glamourösen Hollywood-Stars spielt eine wichtige Rolle für die Verbreitung der Brille und ihren Weg zum Styling-Accessoire schlechthin. Spaß, Fantasie, Extravaganz und Größenwahn – bei manchen Modellen kann man kaum glauben, dass sie wirklich jemand getragen hat. Trotzdem: Anprobieren würden wir sie am liebsten alle!

Schön anzusehen, aber kein Lexikon

Der Bildband ist wirklich etwas fürs Auge, eben eine „visuelle Geschichte der Brille“. Mit dem Informationsgehalt ist es jedoch eine etwas andere Sache. Die dreisprachigen Textabschnitte fallen manchmal recht kurz und ein bisschen oberflächlich aus, an anderer Stelle werden sie wieder sehr speziell. Aber eine umfassende wissenschaftliche Abhandlung soll das Buch wohl ohnehin nicht sein. Zu einer kurzweiligen Zeitreise passen die Texte ganz hervorragend.

Geschichte der Brille: Buch

Foto: Taschen Verlag

Eyewear, Taschen Verlag, 2011, ca. 39,99 Euro.

Geschichte der Brille: Unser Fazit

Auch wenn es als Brillenlexikon versagt, dieses Liebhaberstück von Bildband macht sich gut im Bücherregal von fashionbegeisterten Brillenträgern. Es ist dekorativ, eine unterhaltsame und noch dazu fantasievoll bebilderte Quelle voller modischer Inspirationen.

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